Wir wollten nicht mehr nach Hause...



    » 12. / 13. Mai 2000 - Düsseldorf / Las Vegas:

      Dieser Urlaub hat ja prima angefangen. 7:20 Uhr zu Hause ins Taxi, kaum 26 Stunden später waren wir auch schon in Vegas...

      Bis Newark lief eigentlich noch alles glatt. Kaffee auf dem Düsseldorfer Flughafen wie üblich zu teuer aber lecker, im Flieger wie üblich zu wenig Platz, aber sonst war der Flug erträglich. Nette Filme (Anna und der König und Bicentennial Man), ein Vordermann mit Brikettfrisur, der den gesamten Flug liegend verbrachte.

      In Newark wurde es dann komisch. Erstmal Gepäck holen und ohne größere Diskussionen durch die Paßkontrolle. Koffer wieder abgeben, dann feststellen: Flugplan geändert, Weiterflug 2 Stunden später als angekündigt. Wie schön, daß wir auch noch eine halbe Stunde früher als geplant angekommen sind... Immerhin gabs dann noch superleckere Burger und Chicken-BLT im Flughafen-Diner und von der Raucher-Plattform draußen eine feine Aussicht auf die Skyline von New York. Hätten wir gewußt, daß wir SO lange warten müssen, hätte man noch nen Kurztrip in die Stadt machen können...

      Nach 6 ½ Stunden Wartezeit konnen wir dann auch schon in den Flieger nach Las Vegas steigen, kaum eine Stunde später hatten wir Starterlaubnis.

      Nach 15 Minuten am Gepäckband in Vegas merkten wir, daß die Koffer schon längst da waren, wir mußten uns also nur noch für eine halbe Stunde in die Taxi-Schlange stellen. Dafür hat uns dann der Taxifahrer flott ins New York New York Hotel gebracht, wir haben uns in unserem Zimmer mit erstklassiger Aussicht auf Lüftungsanlage und Achterbahn flott hingehauen und dann doch bis 6 Uhr geschlafen.

      Aber nun geht der Urlaub richtig los. Rumtrödeln, ein bißchen Fernsehen, leckeres Früstück mit Bacon, Eggs und Hash Browns. Dann ein Erinnerungs-Spaziergang den Strip entlang zur Candlelight Wedding Chapel (unsere Hochzeitskapelle), zum Hilton (unser Hochzeits-Hotel), durch die Star-Trek-Ausstellung. Taxifahrt zur Beltz-Factory, als Ausbeute ein paar feine Fossil-Uhren, die wir schon lange so dringend brauchten. Wieder zurück im Hotel waren wir dann viel zu faul, um noch irgendwas zu unternehmen, aber im Bett rumzuhängen und America’s Funniest Home Videos zu sehen ist ja auch sehr nett …!





Willkommen in Vegas



    » 14. Mai (unser 1. Hochzeitstag) - Las Vegas:

      So ganz haben wir uns der Zeitverschiebung noch nicht angepaßt, denn wir sind beide gegen 5:30 aufgewacht! Zu Hause könnte uns das nicht passieren...

      Wie auch gestern gab’s ein All-you-can-eat-Frühstück bei Nathan’s im New York New York, dann ab auf den Strip. Bummel bis zur Fashion Show Mall um festzustellen, daß die Geschäfte erst um 12:00 Uhr öffnen. Also zurück zum Imperial Palace, um uns für $6,99 Eintritt (pro Person) die Classic Auto Collection anzuschauen. Sehr kurzweilig - auch wenn man sich nicht soooo sehr für Autos interessiert. Aber mal die Schlitten von Liberace und Elvis zu sehen, hat schon was. Als wir wieder zum Ausgang des Hotels kamen, stand da übrigens ein Mensch, der Free Admission Tickets für die Ausstellung verteilte!

      Der Weg zurück zum Hotel zog sich ganz schön - der Strip hat bei 35 Grad eine gefühlte Länge von mindestens 20 Kilometern. Aber auf dem Hotelbett, bei James Bond & Mulan im TV, konnten sich unsere armen Füße etwas erholen. Zum Abendessen ging’s – wie schon vor genau einem Jahr – ins Hard Rock Cafe. Oha, was haben wir gefressen!! Starter-Combo, Steaks in Honig-BBQ und Ribs. Ein Dessert haben wir dankend abgelehnt.

      Einem netten Kellner hatten wir allerdings von unserem Hochzeitstag erzählt, worauf die ganze HRC-Crew mit einem dicken Eisbecher mit Kerzchen anmarschiert kam. Einer brüllte: ONE_TWO_THREE – we got an (darauf alle, sogar der Friseusenabschlußball vom Tisch gegenüber): ANNIVERSARY. Das war ja sehr nett, aber dieses Eis hat uns echt den Rest gegeben. Zurück zum Hotel, bißchen gezockt, 15 Cent gewonnen und ab ins Bett. Prima Hochzeitstag.




New York New York Hotel



    » 15. Mai - Las Vegas:

      Der Jetlag verflüchtigt sich langsam – heute haben wir immerhin schon bis 8 Uhr geschlafen. Nachdem wieder mal opulenten Frühstück (diesmal sogar mit Pancakes) ab zum Dollar-Schalter direkt im Hotel, den Mietwagen abholen. Der bestellte Fullsize war natürlich nicht da. Ein Geländewagen sollte $20 Aufpreis pro Tag kosten – dankend abgelehnt. Nach einigem Hin und Her wurde ein Wagen für uns vom Flughafen gebracht. 45 Minuten Wartezeit, die wir fein mit ein paar Spielchen an den Slots rumgekriegt haben. Dann hatten wir ihn schließlich – einen weißen Dodge Intrepid aus Arizona. Superbequem und prima zu fahren – auch in die falsche Richtung.

      Aber wir haben’s schon nach ein paar Kilometern gemerkt. Also umdrehen und ab Richtung Boulder City / Hoover Dam. Unterwegs gab’s ein paar schöne Ausblicke auf den Lake Mead.

      Am Hoover Dam dann Massentourismus. Menschemassen, die sich über den Damm schieben, Autos und Trucks Stoßstange an Stoßstange. Das Bauwerk selbst ist schwer beeindruckend, der Damm so groß, daß er auf kein Foto paßt. Wir haben es trotzdem aus zig verschiedenen Perspektiven versucht, sogar von Arizona aus. Die Staatsgrenze Nevada/Arizona verläuft ja genau in der Mitte des Damms. Es sind auch zwei Uhren aufgestellt, wegen der unterschiedlichen Zeitzonen, aber da Nevada Sommerzeit hat und Arizona nicht, zeigen beide gerade die gleiche Zeit an. Zum Abschluß gab es noch eine interessante Führung durch den Damm und das Kraftwerk inklusive 500-Fuß-Aufzugfahrt.

      Dann wieder zurück nach Vegas, natürlich mit Zwischenstop bei Carl’s Junior, unserem Lieblings-Burgerladen. Diesmal haben wir sogar daran gedacht, uns Criss Cut Fries zu bestellen.

      Tages-Ausklang mit Rumhängen im Hotel, The Sixth Senxe (das Ende ist wirklich klasse) und Air Force One. Und morgen heißt es Einpacken. Die Wildnis ruft!




Er paßt nicht aufs Foto



    » 16. Mai - von Vegas bis St. George:

      Abschied von Nathan’s, dem New York New York Hotel und auch von Las Vegas.

      Dem Ruf der Wildnis folgend ging's über die Interstate 15 Richtung Norden - durch unendliche Weiten und wüste Wüsten. Dann tauchen plötzlich riesige rote Felsen auf: Das Valley of Fire! Atemberaubend und wunderschön. Nachdem wir ein paar Viewpoints abgeklappert haben, unter anderem mit interessanten Indianer-Felsmalereien, sind wir zu faul, die Petrified Logs zu suchen. Dafür schließen wir uns aber spontan der Schulklasse von Mr. McFlurry an, die einen Klassenausflug in den Park unternommen hat. So kommen wir zu einer kostenlosen Führung auf den Spuren des Indianers Mouse. Der konnte sich in der zerklüfteten Fels Wildnis einige Wochen vor seinen Verfolgern an einem natürlichen Wasser-Reservoir verstecken (Mouse Tank).

      Wieder auf der 15 passierten wir nach ein paar Meilen die Grenze von Nevada nach Arizona, noch ein paar Meilen weiter die nächste Staatsgrenze: Utah. Allein die Fahrt bot schon grandiose Ausblicke. Ständig wechselnde Felsformationen in tollen Farbschattierungen, kurvenreiche Straßen mit neuen Panoramen hinter jeder Ecke. Erster Stop in Utah: St. George, ein kleines, niedliches Städtchen, eingebettet zwischen roten Bergen. Die Stadt gefiel uns sehr. Nicht zuletzt, weil's hier einen Carl's Junior gab, in dem man sich erstmal stärken konnte.

      Da wir aber eigentlich ein Stück näher zum Zion Nationalpark wollten, entschlossen wir uns, weiter bis nach Hurricane zu fahren. Da war allerdings der Hund begraben - zwei Motels, sonst nix. Also doch wieder zurück nach St. George. Kurze Verschnaufspause im Comfort Inn, Bummel durch die Zion Factory, da gabs dann erstmal Turnschuhe für Verena - man muß ja für die anstehenden Wanderungen gerüstet sein.

      Morgen ruft die Wildnis bestimmt noch lauter!!!




Unterwegs in Utah



    » 17. Mai - Zion Nationalpark:

      Was schreibt man bloß auf nach so einem Tag? Naja, einfach mal am Anfang beginnen:

      Früh aufgestanden, lecker bei Denny’s gefrühstückt – mit Ei, Speck, Würstchen, French Toast, etc. – es soll ja schließlich ne Zeit vorhalten.

      Dann auf in die Wildnis (die sich später als ganz schön bevölkert rausstellte). Hätte auch prima geklappt, wenn die Amis nicht ihre Verkehrsschilder so verstecken würden. Nach einem 10-Meilen-Umweg haben wir dann doch noch den richtigen Weg zum Zion Nationalpark gefunden.

      Und schon auf dem Highway haben wir hinter jeder Ecke gestaunt: über Felsen mit 1000 verschiedenen Farbschichten, endlose Weiten, riesig hohe Berge. Und ab dem Parkeingang (wir besorgen uns gleich für 50$ den Jahres-Nationalpark-Paß) gings dann erst richtig los. Alle 2 Minuten Fotopause für neue, gigantische Eindrücke. Hunderte Meter senkrechte, rostrote Felswände, zwischendurch helle Sandsteingipfel, ein tiefgrüner Talkessel, kleine Wasserfälle, Blumen, Büsche, Bäume in jeder Felsspalte.

      Dann haben wir die Gegend bei drei tollen Wanderungen (eigentlich eher Spaziergänge) erkundet. Am Virgin River entlang, zum Wheeping Rock (ziemlich feucht da) und den Emerald Pools (die weder Emerald noch Pools waren, aber trotzdem schwer beeindruckend). Dabei haben wir dann auch die ersten Mormonen getroffen (zumindest haben wir vermutet, daß es Mormonen sind). 3 Großfamilien, die Frauen und Mädchen mit Kleidern wie aus "Unsere kleine Farm", die Männer mit Seitenscheitel und freundlichem „Howdy“ auf den Lippen.

      Nach den 3 Wanderungen (Spaziergängen) kam unser Entschluß zum Aufbruch. genau zum richtigen Zeitpunkt – 5 Minuten später setzte der Regen ein.

      Zurück in St. George stand ein Großeinkauf im Wal Mart auf dem Programm. Chips, Nüsse, Saft, Cream Soda, Trinkbecher. Zum krönenden Abschluß ein feines Essen bei Red Lobster mit vielen Shrimps, Schwertfisch und anderen leckeren Schweinereien.

      Vollgefressen und müde sind wir wieder im Motel gelandet – nach einem absolut atemberaubenden Tag. Ob in den nächsten 3 Wochen noch was kommt, das den Tag heute noch toppen kann? Mal sehen – morgen geht’s zum Bryce Canyon, der soll ja angeblich noch schöner sein…




Am Virgin River



    » 18. Mai - Bryce Canyon Nationalpark:

      WOW! Was für ein Tag!

      Wir sind um 6:00 Uhr aufgestanden, um früh im Bryce Canyon zu sein – und es hat sich gelohnt! Nach schnellem Frühstück bei Carl’s Jr. direkt auf die Piste. Allein die Fahrt war unbeschreiblich! Die Wildnis hat nicht mehr gerufen, sie hat laut gebrüllt!

      Zuerst geniale Berglandschaften wie gestern auch, dann, im Dixie Forest, plötzlich auf ca. 2000m Schnee! Eine richtige Wintermärchenlandschaft – und wir beide in Shorts und T-Shirt! Brrrr!! Wir auf dem verschneiten Berg, verschneite Täler, Berge und ein See (diesmal wirklich Emerald) drumherum. Irre!

      Als es wieder abwärts ging, war's auch mit dem Wintermärchen vorbei. Im Tal erwartete uns Sonnenschein, ein kurvenreicher Fluß, pyramidenförmige Bäumchen. Allein auf der Fahrt haben wir schon einen Film verknipst. Kurz vorm Bryce Canyon haben wir uns im Best Western Ruby’s Inn einquartiert. Ganz nettes Motel mit indoor Pool. Wir haben ein GROSSES Zimmer mit 2 queen-size Betten (wir benutzen natürlich nur eins) und einer (für Martin Sitz-)Badewanne mit Blubber-Düsen. Man sollte nur darauf achten, daß diese Düsen auch vollständig mit Wasser bedeckt sind - sonst sieht's anschließend im Badezimmer lustig aus (das haben wir abends feststellen müssen)...

      Schnell das Gepäck im Zimmer abgestellt und weiter zum Bryce Canyon. Der liegt direkt um die Ecke - und ist unbeschreiblich!!

      Wir entschließen uns, die Parkstraße bis zum Ende durchzufahren und dann die einzelnen Viewpoints anzusteuern. Und jeder eröffnet neue Einblicke in eine bunte Wunderwelt. Eine Natural Bridge verursacht Gänsehaut, die Aussicht ins Amphitheater mit seinen spitzen, hohen Felsen, die wie versteinerte Gestalten oder mittelalterliche Burgtürmchen aussehen, löst sogar vor lauter Schönheit ein paar Tränchen aus.

      Auf dem Navajo Loop Trail sind wir zwischen diesen Felstürmchen etwa 150m in die Tiefe einer Märchenlandschaft gestiegen. Von oben ist das alles ja schon beeindruckend - aber hier unten - grandios! Allerdings ganz schön frisch da unten, weil's zwischendurch immer mal wieder geregnet hat. Das einzige Problem: Wir mußten auch irgendwann wieder rauf ...

      Das Wetter war übrigens genau so irre wie die Landschaft: Sonne, dicke weiße Wolken, dicke schwarze Wolken, Regen, Schneeregen, Sonne, etc. etc. Zum Glück hatten wir ein gutes Timing - die Regenschauer setzten immer genau dann ein, wenn wir gerade im Auto zum nächsten Viewpoint unterwegs waren.

      Verena hat ganz klar ihren Lieblings-Nationalpark gefunden. Und wieder stellt sich die Frage - kann's überhaupt noch besser werden?




Bryce Canyon



    » 19. Mai - von Bryce nach Moab:

      EIGENTLICH hatte dieser Tag toll angefangen.

      Wieder einmal wurden wir vor dem Sonnenaufgang wach. Auf dem Parkplatz vorm Motel durften wir erst mal den vereisten Wagen freikratzen und uns wundern, wieso es hier tagsüber 20 Grad warm sein und nachts frieren kann. Liegt wohl daran, daß man hier in rund 2000 Metern Höhe ist - was aber auf dem Colorado Plateau gar nicht so auffällt,

      Dann das Auto beladen, noch schnell ein paar Sandwiches und Kaffee besorgt und über die Highways 12 und 24 ab Richtung Moab. Unterwegs führte uns ein kleiner Abstecher zum Kodachrome Basin, dann haben wir aber am Eingang zum Park wieder umgedreht und stattdessen an einer malerischen Ranch ein paar Ponys, Esel und Kühe fotografiert.

      Irgendwann mußten wir dann feststellen, daß die grandiose Natur uns schon abstumpfen lässt. Noch vor einer Woche wären wir hinter jeder Ecke mit offenem Mund stehengeblieben, jetzt sagen wir nur noch im Vorbeifahren: „Guck mal, wie schön“. Naja, trotzdem verdoppeln die Fotopausen unsere Fahrzeit immer noch.

      Kurz hinter dem Anasazi Museum (das bei weitem nicht so spannend war, wie wir es erwartet hatten, aber wenigstens das neue Stativ aus dem Wal Mart in St. George zum ersten Einsatz kommen ließ) hatte an einem Viewpoint eine Navajo-Großfamilie ihre Verkaufsstände aufgebaut. Einem Indiander namens Duffy haben wir zwei tolle Silberarmbänder abgekauft, er war außerdem geschäftstüchtig genug, uns gleich zu einer Tour durchs Monument Valley einzuladen – for a reasonable price, versteht sich.

      In Torrey noch mal auftanken, dann folgt ein grandioses Straßenstück durch den Capitol Reef Park. Nur mit den Beschilderungen haben’s die Amis ja nicht so. Der angebliche 1-Mile-Wanderweg zur Hickman Bridge war mindestens viermal so lang, zehnmal so heiß und sorgte für einen prima verbrannten Nacken.

      Ab Hanksville führt der Highway 24 dann 55 Meilen lang schnurgerade durch die San Rafael Wüste, während wir schön laut „Die Moldau“ hören.

      Nach Zwischenstop in Green River (und tollem Burger im West Wind Truck Stop) gab's bei der Einfahrt nach Moab mit knallroten Klippen schon einen Vorgeschmack auf den Arches Nationalpark.

      In Moab nahm das Unheil dann seinen Lauf. Erst „No Vacancy“ Schilder auf allen Motels, dann plötzlich ein Riesen-Krachen: Quer über die Straße lief ein Graben, wir mit der Vorderachse rein und den Wagen aufgesetzt.

      Erst schien alles ok, aber auf dem Parkplatz vom Super 8 Motel (die einzigen freien Zimmer der Stadt, zum Schmunzelpreis von 85 Dollar die Nacht) lief plötzlich Öl aus dem Wagen wie das Wasser vom Weeping Rock.

      Verena wollte sich schon die Kugel geben, dann war’s aber nur ein Kronkorken. Die verhängnisvolle Kette Kohlensäure – Hitze – Schütteln - wenn man dann mit dem Feuerzeug eine Flasche Cream Soda aufmacht, kann's schonmal vorkommen, daß einem der Kronkorken mit ziemlicher Wucht direkt auf die Lippe knallt...

      Während der Eisbeutel wirkte, führte Martin stundenlange Telefonate mit Dollar – bis uns schließlich der Notfall-Mensch versprach, daß sie uns morgen früh aus St. George (!) einen Ersatzwagen schicken. Zwar 2 Nummern kleiner, aber mit 'nem Neon haben wir ja schon aus dem letzten Urlaub Erfahrung. Und vielleicht können wir ihn bald wieder umtauschen.

      Der Schock hat sich dann schnell gelegt – und währen die anderen Motelgäste sich vor unserem Fenster zur Party verabredet haben, ist unser Abend mit Chips, Cream Soda und einem Discovery-Channel-Bericht über die Freiheitsstatue doch noch ganz nett ausgeklungen.

      Wir sind mal gespannt, wann morgen der Mensch mit dem Wagen kommt…




Die Abschlepper



    » 20. Mai - Arches Nationalpark:

      ...um 9:30 Uhr!

      Aber um 7:00 haben uns die Dollar-Jungs schon per Telefon geweckt, um uns zu sagen, daß sie noch 3 Stunden bis nach Moab brauchen. Das war doch sehr freundlich von ihnen.

      Gegen 9:15 Uhr ist Verena zu Denny’s gegenüber gegangen, um Frühstück zu holen. Als sie zurückkam, war der weiße Wagen schon auf dem Abschlepper und der neue blaue Neon stand bereit. Wir konnten also in aller Ruhe frühstücken. Hat Spaß gemacht: Eier, Speck, Würstchen und Hashbrowns im Hotelzimmer.

      Soviel zum gemütlichen Teil des Tages. Ab hier wurde es heiß und anstrengend. Aber wie bisher alle Nationalparks war Arches einfach nur großartig! Das "Problem" am Arches Nationalpark ist allerdings, daß man ihn sich wirklich erwandern MUSS. Von der Straße bzw. den Parkplätzen aus sieht man nicht allzuviel.

      Also sind wir gelaufen - meilenweit, bergauf , bergab, durch Sand, über Felsen - und das bei weit über 30 Grad! Windows Section, Broken- und Sand Dune Arch, Devils Garden. Aber jeder einzelne Arch und die Berge drumherum waren die Mühe wert.

      Nur unsere Planung hätte besser sein können: Die längsten Trails haben wir uns bis zum Schluß aufgehoben. Den Weg zum gigantischen Landscape Arch haben wir gerade noch so geschafft, aber bei der Aussicht auf ca. 5 Kilometer bergauf zum Delicate Arch mußten wir passen!

      Immerhin schleppen wir uns noch gut ½ Meile zum Delicate Viewpoint hoch. Aber dann ist endgültig Feierabend! Die rote Haut brennt und spannt, die Füße tun weh, wir kämpfen gegen Hunger und Durst.

      Erleichterung, als wir die Oase Denny’s erreichen! Und nach 2 Cherry Coke, 2 Dr. Pepper, 1 Sampler und 2 Burgern geht’s uns schon besser.

      Gleich werden wir ein gewaltiges Schläfchen machen!




Der Delicate Arch



    » 21. Mai - Moab - Mesa Verde:

      Auf die Gefahr hin, uns zu wiederholen: Das war mal wieder ein absolut großartiger Tag. Relativ früh machen wir uns auf den Weg Richtung Cortez, legen unterwegs einen Zwischenstop am Newspaper Rock ein. Beeindruckende Felszeichnungen - unfaßbar nur, daß wieder einmal irgendwelche Idioten mit Filzstiften ihre Namen auf die Felsen geschmiert haben (das hatten wir schon im Valley of Fire gesehen).

      Richtung Colorado gab’s prima Ausblicke auf die Ausläufer der Rocky Mountains, auf einen riesigen Schrottplatz mit alten Ami-Schlitten und einen Käfer auf einem Hügel im Vorgarten. Was die Amis so alles in ihren Vorgärten unterbringen, ist echt erstaunlich.

      In Cortez haben wir uns erstmal in einem niedlichen Comfort Inn eingemietet – riesiges Zimmer mit toller Aussicht. Anschließend direkt weiter zum Mesa Verde Nationalpark. Schon die Anfahrt war toll, alles unglaublich verde – so ziemlich das verdeste, was wir in diesem Urlaub gesehen haben

      Nach all den Naturwundern in Zion, Bryce und Arches durften wir diesmal über die Wunder der Indianer-Architekten staunen. Über den gigantischen Pueblo-Komplex „Cliff Palace“, direkt in eine Felsspalte gebaut – und das „Spruce Tree House“ in einem kleinen, pinienbewachsenen Canyon. Man kann sich gar nicht satt sehen und wünschte, es gäbe eine Möglichkeit, in die Zeit zurückzureisen und zu sehen, wie die Indianer dort vor 1000 Jahren gelebt haben.

      Spannend waren auch die Ausstellungen im Visitor Center und im Museum – Kleidung, Waffen, Töpferarbeiten, Korbflechterei, Modelle der verschiedenen Entwicklungsstufen der Indianer-Kulturen.

      Viel zu früh wurde es Abend, wir mußten zurück zum Motel. Nach einer Kaffeepause der Kulturschock: Am Sonntag um 20:00 abends zum Einkaufen in den Wal Mart. Der hat 7 Tage die Woche 24 Stunden geöffnet. Wir sind dann mal eben in einen Kaufrausch verfallen und haben den Laden nach 2 Stunden mit neuen Hiking-Schuhen, Thermo-Kanne, Senf, Backmischungen und einem schicken Hütchen für $2,88 verlassen.

      Der Abschluß des Tages: ein opulentes Abendessen in einem todschicken, auf 50er Jahre gestylten Diner. Die Nacht ist kurz, morgen geht’s früh weiter ins Monument Valley, ins Land der Indianer!




Cliff Palace



    » 22. Mai - Cortez - Monument Valley - Tuba City:

      Wir waren noch nie so müde wie heute morgen, als um 7:00 der Wecker klingelte. Aber es hilft alles nichts - weiter geht's.

      Im Wal Mart versorgen wir uns schnell noch mit Wasser und Filmen, das Autochen wird aufgetankt. Durch eher karge Landschaft, die nur durch interessante Rost- und Schrottansammlungen in diversen Vorgärten aufgelockert wird, fahren wir erstmal nach Four Corners, der einzigen Stelle der USA, an der 4 Staaten zusammentreffen: Arizona, Utah, New Mexico und Colorado. Und jeder Besucher hier macht das Gleiche: sich auf die Markierungsplatte stellen und so verrenken, daß man mit jedem Arm und jedem Bein glechzeitig in nem anderen Bundesstaat ist.

      Im Visitor’s Center malt eine Indianerin gerade einen Bären aus Sand. Der gefällt uns zwar nicht, nach einer längeren Unterhaltung mit ihr fühlen wir uns aber verpflichtet, das Ding zu kaufen. Wir versprechen also, in 10 Minuten zurückzukommen, wenn das Kunstwerk vollendet ist.

      Draußen an den Ständen kaufen wir dann einen wunderschönen Indianderpfeil, entscheiden uns gegen den Bären und flüchten, bevor die Künstlerin den gesamten Stamm der Navajos auf uns hetzen kann.

      Weiter geht’s noch ca. 70 Meilen durch die Wüste Arizonas, vorbei am Mexican Hat, der tatsächlich wie ein großer Sombrero aussieht. Bei der Anfahrt von Nordosten taucht dann plötzlich das typische Panorama auf, das wohl schon jeder Tourist in dieser Ecke fotografiert hat: Langgezogen zieht sich die Straße in leichten Kurven bergab und führt genau auf die bizarren Felsen zu, die am Horizont aus der ansonsten flachen Landschaft ragen. Auch wir halten natürlich und packen die Kamera aus.

      Dann sind wir endlich am Monument Valley und freuen uns total darauf. Wir haben jedoch noch nicht einen Fuß aus dem Auto gesetzt, da werden wir schon angequatscht, ob wir nicht an einer Jeep-Tour teilnehmen wollen. Auf den 100 Metern zum Visitor’s Center passiert das noch ca. 100mal und es geht uns gewaltig auf den Keks. Wir entscheiden, auf keinen Fall so eine Tour zu machen, und bedauern nur, daß wir Duffy nicht gesehen haben. Von dem hätten wir uns gerne durchs Valley lotsen lassen!

      Der Ausblick vom Center ist traumhaft, wir wollen aber mehr sehen. Also wagen wir uns mit unserem tapferen Autochen auf die furchtbar holprige Buckelpiste ins Valley. Die Landschaft ist wirklich mal wieder atemberaubend, aber wir wollen nicht auch noch den zweiten Wagen auf dem Gewissen haben, also drehen wir auf halber Strecke um.

      Wir trinken noch schnell ein Täßchen braunes Spülwasser (wurde in der Karte als Kaffee ausgewiesen) in einer stickigen Sperrholz-Hütte an der Auffahrt zum Valley und machen uns dann auf den Weg nach Tuba City.

      Dort angekommen stellen wir schnell fest, daß diese "City" eher ein Dorf ist. Wir quartieren uns aber doch im Comfort Inn ein, nachdem wir den Schock über die $90 pro Nacht einigermaßen überwunden haben. Die Indianerin am Check-In ist auch nicht gerade die Freundlichkeit in Person und wir erwarten ein ähnliches Motel-Zimmer wie letztes Jahr in San Diego (Travelodge, eine echte Absteige), aber weit gefehlt: das hübscheste Motelzimmer, in dem wir je waren. Hell, freundlich, Ausblick in den Garten und supersüße Möbel mit Indianermuster.

      Den Abend lassen wir im schmuddeligsten Dairy-Queen-Laden mit der unfreundlichsten Bedienung der USA bei einem leckeren Oreo Blizzard ausklingen. Wenn wir morgen Dünnpfiff haben, wissen wir wenigstens wovon.




Monument Valley



    » 23. Mai - Tuba City - Grand Canyon - Las Vegas:

      Keine Verdauungsprobleme – und mal wieder ein prima Tag!

      Morgens um 7:00 geht's los, knapp zwei Stunden später sind wir am Grand Canyon. Anscheinend gerade zur rechten Zeit – als wir den ersten Aussichtspunkt erreichen, sind wir fast noch allein da. Der Blick auf den Canyon, in dem man 1500 Meter tiefer gerade noch die Colorado-Stromschnellen erkennen kann, ist schwer beeindruckend. Allerdings sind wir uns einig: Bryce und Zion sind noch ne Klasse besser. Und gegen Mesa Verde sind die Pueblo-Ruinen im Canyon ne echte Lachnummer. Vielleicht wäre unser Eindruck ein anderer, wenn wir auch hier wandern würden - aber so trainiert, daß wir zwei Tage durch den Canyon hiken könnten, sind wir dann auch nicht.

      Nach dem Abfahren der Aussichtspunkte und einer gewagten Kletterpartie bekommen wir am Visitor’s Center einen kleinen Vorgeschmack darauf, wie es vermutlich im Sommer im Park aussieht: alles voll, kaum noch ein Parkplatz zu kriegen - nix wie weg hier. Allerdings erst, nachdem wir noch die sehenswerte IMAX-Filmvorführung am Parkeingang besucht haben.

      Über Highway 64 und ein kurzes Stück Interstate 40 dauert es nicht mehr lange bis zur Route 66 – natürlich im Autoradio begleitet von Depeche Mode. In Ash Fork kaufen wir an einer Tanke Souvenirs, außer Touri-Shops und verstreuten Häusern in Seligman und Hackberry gibt’s kaum Abwechslung an der Wüstenstrecke. Dafür werden wir mißtrauisch von Erdhörnchen beäugt, die sich entlang der Straße aufstellen. Eins dieser Hörnchen hat dann bei der Straßenüberquerung anscheinend nicht nach links geguckt – das war kein schöner Anblick, als der rote Jeep kam. Aber das Hörnchen dürfte nicht mehr viel gespürt haben.

      Diesmal überqueren wir den Hoover Dam von der Arizona-Seite - und fahren weiter nach Vegas. In der Stadt (ist irgendwie so, als würden wir nach Hause kommen) ist es rappelvoll – irgendeine Convention. Das Luxor, das wir zuerst ansteuern, ist ausgebucht bis auf die $199 Zimmer - vielen Dank. Aber schön, daß der Bellboy schon mal die Koffer ausgeladen hatte... MGM – ausgebucht. Aber dann haben wir Glück im Excalibur und bekommen zu einem halbwegs erträglichen Preis ein Zimmer im 13. Stock mit toller Aussicht auf den Strip.

      Die letzten Aktionen des Abends (bei einer Hitze, als hätte jemand nen Riesen-Fön angeschaltet): Filme zur Entwicklung wegbringen, völlig überteuertes (aber leckeres) Abendessen im Rainforest Cafe einnehmen, „Nicht-stören-Schild“ an die Tür hängen und ein feines Schläfchen machen.




Grand Canyon



    » 24. Mai - Las Vegas:

      Hauptsache, daß wir heute mal so richtig schön lange ausschlafen können! Um Punkt 6:00 Uhr sind wir beide hellwach. Aber wir vertrödeln die Zeit noch gemütlich beim Fernsehen im Bett. Dann tauscht Martin bei Dollar den Wagen um (wir haben jetzt wieder einen Dodge Intrepid, diesmal in Silber) und Verena holt die Fotos ab. Im Hotelzimmer treffen wir uns wieder, um uns in Ruhe die Bilder anzuschauen. Was für ein Schock! Die Idioten haben uns den letzten – aber auch allerletzen Dreck abgezogen: Von fast 300 Fotos sind 250 unscharf, verwaschen, haben dicke schwarze Ränder und auf fast jedem Bild ist was abgeschnitten. Bei drei Fotos sind sogar die Negative versaut.

      Also marschieren wir wutschnaubend wieder in den Laden, beschweren uns bei der Managerin. Und die ist ganz und gar nicht erfreut,daß sie jetzt 11 Filme noch mal neu abziehen soll. Immerhin - es gibt noch einen kleinen Rabatt! Die Wartezeit auf die Fotos verbummeln wir im Hotel, gewinnen beim Bällchen-Pferderennen einen orangenen Bären, der ohne Schleife sogar ganz niedlich aussieht. Den blauen Excalibur-Bären konnten wir leider nicht bekommen, weil der Greifarm des Spielautomaten nicht so wie Martin wollte.

      Auf alles gefaßt machen wir uns auf den Weg zu Walgreens – und siehe da, die Abzüge in einwandfreier Qualität, tolle Farben und ohne schwarze Streifen. Na also – geht doch!

      Dem Rat unseres Reiseführers folgend, fahren wir zum Dinner zu Sizzler. Ein guter Tip. BBQ Ribs und Chicken, Spicy Cajun Sizzler. Dazu noch Salat von der grandiosen Salatbar. Wir haben uns mal wieder total überfressen. Der Verdauungsspaziergang über den Strip, um Neonlichterfotos zu machen, tut richtig gut. Oha – der Security-Typ am Aufzug des Excalibur begrüßt Verena mit einem freundlichen „Good evening Määäääääääm“. Letztes Jahr war sie noch „Miss“. Sie scheint in dem einen Ehejahr um einiges gealtert zu sein!!!




Bellagio bei Nacht



    » 25. Mai - Las Vegas - Santa Clarita:

      Ein ziemlich unspektakulärer Tag, aber trotzdem sehr nett. Abschied (der zweite) von Vegas im grau-braunen Dunst eines Sandsturms, auf der I-15 geht's nach Süden. Kurzer Zwischenstop im Buffalo-Bill-Hotel in Primm. In Baker gab’s beim „Verrückten Griechen“ einen prima Milchshake.

      Kurz hinter Palmdale wird es ungemütlich: Als es in die Berge geht, stecken wir plötzlich mitten in den Wolken. Schlimmer als der dickste Nebel, wir können keine 20 Meter weit sehen. Zum Glück wird es relativ schnell wieder heller, und kurz darauf finden wir eine Übernachtungsmöglichkeit im Super 8 Motel Santa Clarita.

      Das Zimmer ist echt dufte – im wahrsten Sinne des Wortes. Keine Ahnung, was für ein Raumspray das ist - in jedem Fall wurde zuviel davon benutzt. Erstmal lüften. Dann wollen wir uns noch ein bißchen im Städchen umsehen – aber anscheinend haben die hier im letzten Jahr Santa Clarita komplett umgebaut. Es war kaum noch etwas da, wo es eigentlich hingehörte. Wir können uns jedenfalls nicht vorstellen, daß etwas mit unserem Orientierungssinn nicht stimmt. Immerhin hat uns unsere Irrfahrt an einem Johnny Rockets vorbeigeführt, praktisch auch, daß ein Kino direkt nebenan auf uns wartete. Dinosaur von Walt Disney – zwar nicht gezeichnet, aber trotzdem ein toller Film.

      Jetzt können wir nur noch hoffen, daß morgen das Wetter besser wird. Ist echt saukalt hier in Kalifornien, gerade mal 15 Grad.




Super 8 Santa Clarita



    » 26. Mai - Universal Studios Los Angeles:

      Tatsächlich - die Sonne lacht uns wieder. Ein wunderschöner Tag, wenn man von der gelben Dunstglocke absieht, die ständig über Los Angeles liegt.

      Den Wecker um 7:00 überhören wir, stehen um 8:00 auf und sind gegen 9:00 Uhr in den Universal Studios. Martin hat fein neue Filme eingepackt, dafür aber die Kamera im Motel vergessen.

      Im Park helfen wir ET, den grünen Planeten zu retten, erleben Firefighters in Backdraft, knipsen Lucy, entscheiden uns gegen Jurassic Park, werden trotzdem bei Waterworld ein bißchen naß, treffen den Terminator und ein paar lustige Tiere, reisen zurück in die Zukunft und werden bei der Studio Tour von der Mummy verschont, weil ein Tour-Bus gegen die Wand gefahren ist und alles blockiert.

      Auf dem City Walk zurück zum Auto stellen wir fest, daß im Kino in 10 Minuten „Mission Impossible 2“ anfängt. Eine Gelegenheit, die wir uns nicht entgehen lassen. Der Film ist ganz nett, aber nicht umwerfend.




Die Kulisse von Bates Motel



    » 27. Mai - Six Flags Magic Mountain:

      Es ist ganz offensichtlich ein Fehler, an einem Samstag in einen Achterbahnpark zu fahren. Morgens um 9:00 stehen wir mit dem Auto etwa 800 Meter vorm Eingang zu Magic Mountain, erst nach einer Stunde sind wir drin. Die Hölle!

      Immerhin können wir zu Anfang noch ohne große Wartezeit Revolution und den Riddler fahren, dann wirde es bei Batman und Ninja schon böse voll. Und ab Mittag unerträglich. 10 Kilometer Schlange vor den Rides, ungefähr 20 Kilometer vor Goliath (die neueste Bahn, die wir blöderweise nicht am Anfang fahren wollten) und außerdem sind’s midestens 100 Grad im Schatten.

      Irgendwie haben wir sowieso das Gefühl, daß wir viel lieber in die Natur und nicht in irgendwelche Vergnügungsparks wollen. Also machen wir bei Six Flags früh Feierabend und versuchen noch, den Klamottenladen wiederzufinden, den irgendwer seit dem letzten Jahr versteckt hat. Den Laden finden wir schließlich auch – dafür hat aber jemand den Sizzler verschwinden lassen, nachdem wir doch vorgestern noch dran vorbeigefahren sind... Nein - an unserem Orientierungssinn kann es wirklich nicht liegen.

      Nach einer Stunde Spazierfahrt gibt es dann doch noch ein leckeres Steak im Route 66 Grill. Morgen geht’s endlich wieder in einen Nationalpark – für Leute in unserem Alter wohl genau das Richtige. Und außerdem haben wir ja jetzt Hiking-Schuhe!!




Die Goliath-Achterbahn



    » 28. Mai - Santa Clarita - Sequoia Nationalpark:

      Endlich geht's wieder los: Richtung Sequoia Nationalpark, vorbei an Ölpumpen, Oliven- und Orangenplantagen.

      Am frühen Nachmittag haben wir unser erstes Ziel schon erreicht: Exeter, ein niedliches Örtchen, inmitten von Orangenbäumen und nur 25 Meilen vom Park entfernt. Wir fahren an 2 Motels vorbei: Best Western und Kaweah Motel. Spontan entscheiden wir uns für das superniedliche Kaweah, checken ein, betreten das Zimmer und fallen fast rückwärts wieder aus der Tür! So ein superaltes, megavergammeltes Zimmer haben wir selten gesehen!

      Das dicke Brandloch auf dem ekelhaft fleckigen Sessel gibt uns den Rest! Das Mädel am Empfang wird recht zickig, als wir wieder auschecken. Danach beginnt eine kleine Irrfahrt durch die Einbahnstraßen von Visalia: Kein Motelzimmer frei. Danach zu den Hotels vorm Sequoia Park: No Vacancy. Ob das am Memorial Day liegen könnte?

      Zum Schluß landen wir wieder in Exeter und finden das größte und schönste Motelzimmer im Best Western, an dem wir vor 3 Stunden vorbeigefahren sind. Ausgelaugt verbummeln wir den jetzt schon späten Nachmittag im Bett und schauen uns das Leben von Little Joe (Michael Landon) bei Biography.com an, machen dann einen Spaziergang durchs Städtchen.

      Wir fotografieren orangenen Oleander, den Wasserturm und den zum Memorial Day mit 1000 kleinen US-Flaggen geschmückten Friedhof von Exeter. Zum Abendessen finden wir – im Gegensatz zu gestern – sogar einen Sizzler in Visalia. Und obwohl wir absolut papp sind und uns kaum noch bewegen können, freuen wir uns jetzt schon auf die Wanderungen durch Sequoia




Best Western Exeter



    » 29. Mai - Sequoia Nationalpark:

      War mal wieder ganz schön wild heute, die Wildnis! Und noch viel verder als die Mesa. Wir haben Eichhörnchen gesehen, Murmeltiere, Schlangen, schwarze Eidechsen und sogar ein Reh. Das alles in einer traumhaften Landschaft, obwohl wir ja gedacht hatten, daß nach Zion und Bryce nicht mehr viel kommen könnte...

      Blöd nur, daß wir ohne Frühstück in den Sequoia Park gefahren sind. Nach endloser Serpentinen-Fahrt und Baustellen-Warten auf der Zufahrtstraße zum Park knurrte uns schon der Magen, als wir gerade mal eine Stunde im Sequoia waren. Trotzdem blieben wir erstmal standhaft und haben den ersten Teil der Besichtigungstour hungrig absolviert.

      Vorbei an den dicksten Bäumen, die wir jemals gesehen haben. Mit weicher, bastiger Rinde, die ersten Äste in einer Höhe, die bei uns keine Tannenspitze erreichen würde. Der General Sherman Tree, das größte Lebewesen der Erde, läßt uns den Atem anhalten. Durch die 4 Guardsmen und vorbei an Auto- und Tunnel-Log geht es zum Crescent Meadow, einer sumpfigen, leuchtend grünen Wiese mitten im Wald. Dann ein Spaziergang zum Eagle View – grandioser Ausblick auf das Tal und die schneebedeckten Berge dahinter. Aber: keine Spur von den Bären, vor denen uns der Ranger im Visitor’s Center und die Tafel am Parkplatz gewarnt haben.

      Im Lodgepole Market gibt’s erstmal einen Brunch mit Thunfisch- und Ei-Sandwich, zum krönenden Abschluß einen dreistündigen Marsch vorbei am Kawaleah River zu den Topokah Falls. Der schönste Weg, den wir bisher überhaupt gegangen sind, und noch dazu mitten durchs Murmeltier-Wohngebiet. Bei den pummeligen, neugierigen Kerlchen (Mädchen?) haben wir unsere letzten Fotos verknipst – trotzdem ist immer noch kein Bär aufgetaucht.

      Ziemlich geschlaucht nehmen wir unser Dinner bei KFC ein, dann noch ein kurzer Einkaufsbummel im Wal Mart. Das Motelzimmer um einen Tag verlängert und zum Tagesausklang auf dem Discovery Chanel erst noch eine Achterbahn-Reportage und dann eine Doku über den Yellowstone Nationalpark und die Rockies angeschaut.

      Nun ist es 0:30 Uhr und höchste Schlafenszeit. Morgen (heute) geht’s schließlich wieder früh los zum King’s Canyon. Vielleicht treibt sich da ja mal ein Bär herum.




Die "Four Guardsmen"



    » 30. Mai - King's Canyon:

      Früh aufzustehen fällt immer schwerer. Der Wecker muß schon ein paar mal klingeln, bis wir endlich aus den Federn kommen.

      Nach einem Schluck Kaffee und einer Runde Kaffee-Verschütten aufs Bett geht’s dann auch schon direkt los Richtung King’s Canyon Nationalpark. Und erstmal fahren wir 1,5 Stunden nur bergauf. Es sind zwar nur 48 Meilen, aber alle 2 Meter kommt eine Kurve. Durchschnittsgeschwindigkeit 20mph und Verena wird schlecht!

      Wir sind froh, als wir endlich den Park erreichen. Erstmal zum Visitor’s Center und ins Restaurant, wo wir leckere Turkey BLTs frühstücken - soll uns ja nicht so gehen wie gestern. Schnell noch ein paar niedliche Holzpostkärtchen kaufen, dazu ein PC-Programm über Nationalparks. Dann geht’s endlich los in die Natur.

      Wie fast immer in diesem Urlaub ist es ein wunderschöner, sonniger Tag und wir genießen die atemberaubende Landschaft des King’s Canyon. Wir bewundern den General Grant Tree, und auf der Fahrt am King’s River entlang besteht unsere Konversation hauptsächlich aus: „Uuui“, „whoaa“ und „wow“!

      Das einzige, was unsere Begeisterung ein wenig dämpft: Die Tankanzeige nähert sich bedrohlich der Reservemarke - wir haben offensichtlich die Entfernungen und den Spritverbrauch auf Serpentinenstrecken unterschätzt. Mit dem letzten Tropfen schaffen wir es zur King's Canyon Lodge - dort gibt es eine urige, alte Tankstelle fürs Auto und für uns beide ein Eis.

      Nach zwei Stunden Fahrt mit Stops am Grizzly Fall und den Roaring River Falls machen wir noch einen Spaziergang durch Zumwalt Meadow und machen uns dann, weils schon später Nachmittag ist, auf den Heimweg.

      Pfadinder-Martin findet eine prima Straße, fast ohne Kurven - dafür mit einem Holz-Truck, der ne halbe Stunde vor uns her zockelt. Uns ist jedenfalls überhaupt nicht schlecht, als wir bei Sizzler ankommen um ein gigantisches T-Bone Steak und grandiose Tacos zu verdrücken.

      Mit Wäschewaschen, einem Fisch namens Wanda und einem Schönheitsbad klingt der Tag aus.




Moderne Tankstelle



    » 31. Mai - Sequoia - Yosemite

      Das Schönheits-Bad hat nix gebracht – und die Morgen-Müdigkeit wird auch immer schlimmer. Keiner von uns konnte sich heute erinnern, den Wecker gehört zu haben, und so verabschieden wir uns 2 Stunden später als geplant von Exeter.

      Die Fahrt bis kurz vor Oakhurst ist relativ unspektakulär! Doch dann ändert sich die Landschaft, wir kommen durch ein paar niedliche Örtchen und in einem Subway gibt es erstmal Frühstück und ein nettes Pläuschchen mit dem Besitzer.

      In Oakhurst angekommen, nutzen wir am Visitor Center das Info-Telefon für die Hotels/Motels in der Umgebung. Das Problem: entweder sind die Dinger zu weit vom Yosemite Nationalpark weg, zu teuer, voll oder sie haben keine Raucherzimmer. Irgendwann haben wir uns dann entschlossen, uns ein richtiges Nobelhotel zu gönnen – mit grandioser Auffahrt, Pagen vor dem Eingang und beeindruckender Lobby. Aber auch die wollten uns miese, verstunkene Raucher nicht haben, also konnten sie auch ihr mieses, überteuertes Hotelzimmer behalten.

      Letzte Station vor der Yosemite Lodge: das „Four Seasons“. Die erwartete Nobel-Herberge entpuppt sich als niedliche Ansammlung alter Holzhäuser mitten im Wald – und wir sind sofort begeistert von unserem Loft mit Balkon, Kamin, Küche, Schlafzimmer in der Galerie. Zwar auch hier nur Nichtraucher – aber wir sind doch schließlich nicht süchtig. Und den ganzen Papierkram konnten wir sogar auf deutsch erledigen.

      Am Nachmittag dann ein erster Ausflug ins Yosemite Valley. Hinterm Tunnel ein Ausblick, daß einem der Atem stockt. Und Touristenmassen, daß es einem zu den Ohren rauskommt. Vorbei an Wasserfällen, Granitmassiven, bewaldeten Berghängen kämpfen wir uns ins Village vor – eine Art Nationalpark-Disneyland. Alles was wir ansteuern macht allerdings gerade in diesem Augenblick zu. Also regeln wir nur noch schnell die Busfahrt für morgen früh, kaufen völlig überteuerte Lebensmittel, fahren zurück, schmeißen mehlige Makkaroni ins Klo, schmieren uns Brote und naschen Nachos und fallen früh ins Federbettchen. Morgen dürfen wir nicht verschlafen, wir wollen doch einen echten Gewaltmarsch unternehmen.




Erster Blick auf Yosemite



    » 1. Juni - Yosemite:

      Was für ein groß-groß-großartiger Tag! Fing schon total schön an – wenn auch um 6:00 Uhr. Leckeres Müsli-Frühstück, Brote schmieren für die Wanderung und dann standen direkt vor unserer Haustür 3 Rehe, die ganz verwundert guckten, als wir zu unserem Auto gingen - noch jemand so früh auf?

      Nach 20 Minuten Fahrt sind wir an der Yosemite Lodge, nach weiteren 30 Minuten kommt auch schon unser Bus. Die Fahrt zum 2.500m hohen Glacier Point dauert ca. 1,5 Stunden, ist aber recht kurzweilig, weil uns der Busfahrer viel über die Berge, Flora und Fauna des Parks erzählt.

      Der Ausblick vom Glacier Point auf das Valley und den Half Dome ist so überwältigend, daß wir ca. 1 Stunde dort verbringen, weil wir uns nicht sattsehen können. Dann eine letzte Zigarette (das hätten wir besser gelassen!), gegen 11:00 beginnen wir mit unserem Abstieg in das 1000m tiefer gelegene Tal.

      Der Weg heißt nicht umsonst Panorama Trail. Die Aussicht ist einfach grandios. Zuerst müssen wir nur bergab marschieren, aber als wir am Illiluoette Fall vorbei sind, geht's steil bergauf (hier hat sich die Zigarette dann gerächt!). Der Ausblick von oben auf die Rückseite des Half Dome und 2 Wasserfälle sind die Mühe und das Lungenpfeifen aber auf jeden Fall wert.

      Weiter geht’s zum Nevada Fall, wo wir ganz begeistert feststellen, daß wir noch nie einen so mächtigen Wasserfall gesehen haben. Die Yosemite Falls mögen zwar höher sein, aber der hier beeindruckt mit schierer Masse und Urgewalt. Erstmal Picknick – lecker so ein selbstgeschmiertes Turkey-Cheese-Sandwich – und rauchen geht auch schon wieder.

      Ab hier geht der Panorama Trail in den Mist Trail über. Bald erfahren wir auch warum. Erstmal klettern wir mühsam über Steine und Felsen runter zum Emerald Pool (diesmal wirklich ein Pool und auch Emerald) und zum Vernal Fall. Die Gischt spritzt beim Aufprall direkt neben dem Trail so weit, daß wir bis auf die Unterwäsche klatschnaß werden. Aber zum Glück scheint ja die Sonne.

      Die nassen und rutschigen Felsstufen sind bald überwunden und beim Endspurt ins Tal tun uns die Füße weh. Nach ca. 15 Kilometern und ca. 6 Stunden Wanderung erreichen wir erschöpft aber glücklich das Tal.

      Die Wasserflasche ist leer, wir sind von oben bis unten eingestaubt, aber es hat sich gelohnt! Der Weg vom Auto bis zum Supermarkt ist die reinste Qual, doch zur Belohnung gibt’s erstmal ein dickes Godiva Eis.

      Das wird wohl ein Mega-Schläfchen heute Nacht!




Der Mist Trail



    » 2. Juni - Yosemite - Reno:

      Das Aufstehen fiel echt schwer heute morgen. Die ersten Bewegungen waren eine Qual – bis sich die geschundenen, untrainierten Muskeln etwas aufgewärmt hatten...

      Dann hieß es Abschied nehmen von Yosemite und dem „Four Seasons“. In letzter Minute mußten wir noch Verenas Lieblings-Schläppchen aus dem schon ausgecheckten Hotelzimmer retten und ein Job-Angebot des Hotels ausschlagen.

      Besonders lohnenswert war dann die Tank-Tour nach El Portal. Die komplette Straße aufgerissen, außerdem war die Tanke dicht. Zumindest haben wir dabei die Yosemite View Lodge entdeckt. Das wäre ne prima Absteige für den nächsten Besuch. Und das Ranger-Büro in El Portal war geöffnet – dort sagte man uns dann freundlich lächelnd, daß eine Tankstelle direkt am Weg zum Tioga Paß liegt.

      Der Tioga-Paß ist eine echte Traumstraße – als wolle uns der Yosemite Park noch mal zeigen, was wir alles verpassen, wenn wir jetzt einfach so wegfahren. Schneebedeckte Wälder an Berggipfeln und noch ein paar Wasserfälle, Seen, Sumpfwiesen - und zum Abschied winken uns sogar noch ein paar Murmeltiere.

      Die Landschaft ändert sich komplett, als wir wieder bergab zum Mono Lake fahren. Das Visitor’s Center ist nett, der See selbst eher unspektakulär (zumindest in der Mittagssonne - den muß man wohl mal bei Sonnenauf- oder untergang sehen) und Lee Vining, wo wir fast ein Motelzimmer reserviert hätten, ein echtes Kaff.

      Sehr nett dagegen, die Geisterstadt Bodie. Die Stadt sieht aus, als sei sie fluchtartig verlassen worden und dann langsam eingestaubt und verfallen. Bei einigen Gebäuden ist es erstaunlich, daß sie noch der Schwerkraft trotzen können, so schief wie sie da stehen. Nach einer Stunde Rundgang geht’s weiter nach Reno. Sehr viel grüner und um einiges unübersichtlicher als Vegas - da kann man sich wenigstens immer am Strip und den Riesen-Hotels orientieren.

      Aber nach einem kleinen Abstecher zum Hilton finden wir dann doch das Circus Circus. Inzwischen an ein bestimmtes Niveau gewöhnt, mieten wir eine (Raucher-)Suite im 27. Stock mit Wohnzimmer, Schlafzimmer und tollem Ausblick über die Stadt.

      Abends dann noch ein kurzer Rundgang über den „Strip“, ein Doppel-Whopper und ein knapp verpasster Jackpot am 5-Cent-Slot. Morgen haben wir ausnahmsweise mal überhaupt nichts vor – sehr entspannend eigentlich.




Big Little City



    » 3. Juni - Reno:

      Ein wunderbarer Gammeltag! So spät sind wir im Urlaub noch nie aufgestanden. Die Kurzfassung:

      8:30 Uhr aufgewacht, im Bett rumgehangen, „Honey I shrunk the kids“ geguckt und um 11:00 dann endlich aufgestanden. Bei „Loaded Weapon“ noch ein bißchen die Zeit vertrödelt und uns dann beim Brunch am Circus Circus Buffet den Bauch vollgeschlagen.

      Ein bißchen gegambled, verloren, durch die Stadt geschlendert, faul am Fluß gesessen. Beim Free Pull im Fitzgeralds 3 Kartenspiele und 3 Kugelschreiber minderer Qualität gewonnen, im Pay-TV „American Beauty“ geordert und für nett befunden, beim Wasserschießen abgesahnt (Plüsch-Robbe), beim Hühnerschleudern 1x getroffen (Plüsch-Teddy) und die Bowling Kugel gut platziert (häßlicher Dino).

      Zum Abschluß ein dickes Eis von Häägen Dasz. Und da wir ja in Reno sind, bringt Martin Verena noch Poker bei. Einsatzs: M & Ms!




Das Wohnzimmer unserer Suite



    » 4. Juni - Reno / Virginia City:

      Das war endlich mal ein richtig langes Schläfchen – fast bis Mittag. Ist alles sehr entspannt, nachdem wir uns entschlossen haben, noch einen Tag länger in unserem hübschen kleinen Zimmerchen in Reno zu bleiben und einfach nur mal rumzugammeln.

      Zur Stärkung gibt’s erstmal wieder Brunch am Buffet, dann gehen wir zur Rezeption, Zimmer verlängern. Anschließend ein kleiner Ausflug nach Virginia City. Seine große Zeit erlebte der Ort während des Goldrausches - und natürlich, als sich die Cartwrights hier niederließen... Auch Mark Twain hat hier eine Zeit gelebt und gearbeitet. Ein sehr niedliches Western-Städtchen mit windschiefen Balkonen, Holzbohlen-Bürgersteigen - allerdings auch Horden von Touristen. Und in jedem Laden finden sich Bonanza-Devotionalien.

      Wir nehmen einen Drink im Washoe Club, dem ältesten Saloon der Stadt – mit schmieriger Theke, prima Kronleuchtern, vergilbter Tapete und vielen bärtigen Männern, die alle gute Chancen beim ZZ Top Ähnlichkeitswettbewerb hätten. Zum Abschluß des Besuchs essen wir bei Grandma’s Fudge das beste Eis des Urlaubs.

      Auf dem Rückweg kaufen wir im Big K Mart noch groß ein. Anschließend schauen wir uns noch das Atlantis an, ein großes Themenhotel in Reno, fahren zurück in unser Hotel, starten einen zweiten (vergeblichen) Schönheits-Bad-Versuch, gehen schlafen.




Old Washoe Club



    » 5. Juni - Reno:

      Wir lassen den Tag langsam angehen und starten gegen Mittag einen ausgedehnten Mall-Bummel, unterbrochen von nem prima Lunch bei Carl’s.

      Wir picken uns die besten Malls der Virginia Street raus und sind abends gegen 19:00 stolze Besitzer von Möhrenhaltern (als Mitbringsel für unsere Kaninchen und Meerschweinchen), Holzsticks mit Möhrengeschmack, Büchern, PC-Spielen, Disney-Kalender und einem CD-Man samt Auto-Kit, CD-Tasche und Leerboxen. Also wirklich nur Lebensnotwendiges eingekauft.

      Verena meint ja, wir hätten auch noch die schöne Starbucks-Thermo-Kaffeetasse für Martin kaufen sollen, aber es kommt ja noch der eine oder andere Starbucks in San Francisco.

      Abends hatten wir ein jetzt schon traditionelles Dinner im Mex-Food-Capital-Restaurant der USA: Sizzler! Nun müssen wir die Koffer packen – morgen geht’s früh los zum Pazifik.




Platzprobleme...



    » 6. Juni - Reno - San Francisco:

      Abschied von unserer Suite. Um 9:00 Uhr haben wir alle Koffer verstaut und sind unterwegs auf der I-80 Richtung San Francisco. Vorbei am wunderschönen Lake Tahoe und mit kleinem Ausflug nach Truckee – erstaunlich, wie man in so einem kleinen Kaff die Burger-Läden so gut verstecken kann...

      Mittags erreichen wir die Golden Gate Bridge von Norden und müssen natürlich erstmal die diversen Foto-Spots auf den Marin Headlands abklappern. Über die Lombard Street geht’s weiter Richtung Downtown, hier unterziehen wir das Einbahnstraßensystem einer ausgiebigen Prüfung. Irgendwie kriegen wir es doch hin, bis zum Hotel zu fahren. Das Grant Plaza direkt hinterm China-Tor. Ist irgendwie, als käme man nach Hause. Nur haben wir diesmal ein Zimmer 3 Etagen höher als im letzten Jahr.

      Nach dem Einchecken entkommen wir knapp einem Knöllchen, dafür zockt uns Dollar kräftig ab: $88, weil wir den Wagen 4 Stunden zu spät abgeliefert haben. Vor Wut gehen wir erstmal shoppen.

      Es wird langsam kühl. Also zurück ins Hotel, ein bißchen rumhängen und fernsehen, umziehen, in Lori’s Diner nen Burger futtern, zurück ins Hotel, rumlungern, fernsehen – Schläfchen!

      Bei dem Dollar-Ärger fast vergessen: Unsere 3 braven Autos haben uns 3600 Meilen weit gebracht. Naja – und $88 sind ja eigentlich noch ganz günstig für einen geschrotteten, fast neuen Wagen!!




Blick von Marin Headlands



    » 7. Juni - San Francisco:

      Unser erster fast komplett bewölkter Tag. War aber troztdem sehr schön.

      Zum Wachwerden gibt’s in einem schmuddeligen Café (so wie wir’s mögen) einen leckeren Cappucino und einen Cafe Latte. Auf unserem Weg zu Fisherman’s Wharf machen uns zwei Zigarettenschnorrer auf den kleinsten Park San Franciscos aufmerksam. Der Park ist ein nur ca. 4m² großer Betonsockel, aber man hat eine großartige Sicht über die Bay.

      Den ganzen Vormittag und den frühen Nachmittag bummeln wir durch Pier 39 und kaufen die letzten Mitbringsel für die Daheimgebliebenen. Frühstück bzw. Mittagessen gibt’s bei Johnny Rockets, später einen Cablecar-Ritt zum Union Square.

      Tja – und morgen ist es soweit! Unser letzter Tag!




Fisherman's Wharf



    » 8. Juni - San Francisco:

      Das war also unser letzter Urlaubstag. Und er hat gar nicht mal so gut angefangen. Tiefhängende Wolken, Nieselregen, kalt – ganz offensichtlich ist San Francisco traurig, daß wir morgen wegfahren!

      Also haben wir es erstmal ruhig angehen lassen – Frühstück bei Sonoma Valley Bagels. Leckere Bagel mit Cream Cheese und Erdbeer Marmelade, dazu was Heißes, Flüssiges, das entfernt an Kaffee erinnerte.

      Dann gings per Cable Car (diesmal außen stehend) zum Pier 39. Wetter immer mieser, alle Alcatraz-Touren ausgebucht, wir beide schrecklich unentschlossen.

      Also noch ein kleiner Einkaufsbummel. Ein Outdoor-Shop mit schönen, aber sündhaft teuren Klamotten, bei Barnes & Noble nebenan gab’s dann für Martin endlich den Thermo-Kaffeebecher (später auch noch einen für Verena bei Starbucks). Dann statten wir noch dem vermutlich zweitkleinsten Park von San Francisco – Yerba Buena – einen Besuch ab, setzen uns dort in die Sonne, denn plötzlich ist das Wetter wieder prima.

      Klamotten abladen am Hotel, dann zum großen Abschluß-Abendessen ins Hard Rock. Per Bus, weil die California-Cable-Car-Linie streikt. Vollgefressen treten wir zu Fuß den Heimweg an – diesmal, nach dem ganzen Hiking-Training, ein ganz lockerer Spaziergang. Als wir beim letzten Mal die Hügel-Stadt zu Fuß erkundet hatten, sind wir noch ganz schön aus der Puste geraten.

      Unterwegs schießen wir vom Nob Hill aus noch ein paar feine Abendlicht-Fotos – und jetzt müssen wir endgültig alles zusammenpacken. Morgen früh um 4:30 Uhr klingelt schon der Wecker. Wir wollen nicht zurück, aber wir müssen. Doch - wir kommen wieder!!




Drehen der Cable Car

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